„Die Arbeit ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Arbeit“ - Offene Tür in der „Bildungs-BASIS“ der Lebenshilfe Nienburg gemeinnützige GmbH

20.06.2017

Seit 2011 gibt es die „Bildungs-BASIS“ der Lebenshilfe Nienburg gemeinnützige GmbH. Alle Menschen, die neu zur Lebenshilfe Nienburg gemeinnützige GmbH kommen, durchlaufen diese Einrichtung zur beruflichen Orientierung. Ein Tag der offenen Tür erlaubte jetzt den Blick hinter die Kulissen.

Empfangen wurden die Gäste von verführerischen Düften. Verantwortlich dafür waren die Männer und Frauen aus dem Hauswirtschaftsbereich, die allerlei leckere Kleinigkeiten für die Besucherinnen und Besucher gezaubert hatten.



Solcherart gestärkt konnte, wer wollte, sich die Einrichtung im Rahmen einer Führung zeigen lassen. „Wir haben hier die verschiedensten Bereiche“, so Einrichtungsleiterin Hella Cordes-Tietz: „Einen Holz-Bereich, einen Bereich für die Metaller, den Bereich ,Lebenspraktisches Training‘ mit Hauswirtschaft und Wäscherei, die Ausgabeküche, den Garten- und Landschaftsbau, Montage und Verpackung und schließlich die Kreativabteilung.“



Rund 70 Menschen besuchen zeitgleich die „BASIS“ (die Abkürzung steht für „Beruf, Arbeit, Stabilität, Integration, Soziales“). Zwei Jahre lang können sie sich und ihre Fähigkeiten buchstäblich „ausprobieren“. Nach dieser Zeit klären die Rehabilitanten und das Team der Einrichtung gemeinsam, welchen beruflichen Weg der oder die Teilnehmer/-in einschlägt. Hella Cordes-Tietz: „Am Arbeitsleben unter angepassten Rahmenbedingungen (wieder) teilhaben zu können, hat für die Teilnehmer auch im Hinblick auf ihre Persönlichkeit, ihr Selbstwertgefühl und ihren gesellschaftlichen Status eine wesentliche Bedeutung.“

Grundsätzlich gelte: „Wir wollen die Arbeit dem Menschen anpassen, nicht den Menschen der Arbeit!“ Und das eben möglichst individuell, orientiert an der Person. Nach Ablauf der „BASIS“-Zeit gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Führt der Weg auf den ersten Arbeitsmarkt? Sind Praktika in Betrieben oder in den Werkstätten sinnvoll? Oder ist eine feste Beschäftigung in einer Werkstatt auf Sicht die beste Lösung?

Das Thema „Praktika“ ist wiederum sehr differenziert. So gibt es beispielsweise auch sogenannte Ambulante Bildungsplätze, bei denen die Teilnehmer zwei Tage im Betrieb arbeiten und drei Tage in der „BASIS“. Betriebe können Langzeitpraktika vereinbaren oder eher „Schnupperwochen“; je nach Situation und Fähigkeiten des Praktikanten gibt es qualifizierte Begleitung durch die „BASIS“. Hella Cordes-Tietz: „Wir sind da offen und hochgradig flexibel!“


„Im Bereich Praktika arbeiten wir nicht nur mit Handwerk und Industrie zusammen, sondern auch beispielsweise mit der Heimvolkshochschule und dem Landkreis“, so Hella Cordes-Tietz. „Unser Sozialdienst ist sehr engagiert, um jeweils räumlich und inhaltlich passende Partnerbetriebe zu finden.“ Nicht selten wird aus solchen Betriebspraktika ein langfristiges Arbeitsverhältnis. „Eine unserer Stärken liegt bei speziellen Einsätzen und in beruflichen Nischen“, berichtet Hella Cordes-Tietz. „Das wissen viele namhafte Betriebe aus der Region zu schätzen!“

Und nicht nur die: Menschen mit Behinderungen, die über die Lebenshilfe Nienburg gemeinnützige GmbH einen Arbeitsplatz in einem heimischen Unternehmen finden, sind in aller Regel enorm stolz und mit Begeisterung dabei. „Wenn Menschen mit Teilhabebeeinträchtigung individuell unterstützt und gefördert werden, können sie viel erreichen“, resümiert die Einrichtungsleiterin und verweist auf verschiedenen Exponate – von Außenmöbeln aus Holz bis zu Zäunen aus Metall, individuellen Gestaltungselementen für Drinnen und Draußen oder exklusive Grills.

 
 
 

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