“Pflanzen setzen, die gut miteinander auskommen“

11.04.2018

Indigenes Wissen: Lebenshilfe Nienburg gGmbH-Kita „Kinderhaus Rasselbande“ Vorreiter bei „neuer“ Pflanztechnik

Nicht nur die meisten Hobbygärtner werden sich zumindest wundern, wenn sie Katja Wiese über die besten Pflanzmethoden sprechen hören. Doch die Geschäftsführerin von Naturefund setzt nicht nur auf eigene Erfahrung, sondern auch auf das Wissen südamerikanischer Ureinwohner. In der Kita „Kinderhaus Rasselbande“ der Lebenshilfe Nienburg gGmbH hat sie gezeigt, wie’s geht.


Hintergrund: In Kooperation mit einem großen regionalen Baumarkt hatte die Naturschutzorganisation Naturefund 20 Pflanzpakete für Kindergärten und Schulen ausgelobt. Wiebke Thiart, Leiterin der „Rasselbande“, war besonders schnell, meldete sich als Zweite und bekam nicht nur ein Pflanzpaket, sondern auch gleich noch Besuch von der Naturefund-Chefin.


Während im Garten der Kita „Kinderhaus Rasselbande“ viele Eltern und noch mehr Kinder fleißig sind, buddeln, pflanzen und wässern, erklärt Katja Wiese, worauf es nach ihrer Erfahrung ankommt: „Wir orientieren uns an der Natur und an dem Wissen der indigenen Bevölkerung Südamerikas. Und das heißt: Büsche, Bäume und Blumen wollen nicht allein stehen. Man muss Pflanzen setzen, die gut miteinander auskommen. Dann unterstützen sie sich gegenseitig.“



„Wir engagieren uns in Deutschland, aber auch beispielsweise auf Madagaskar und in Südamerika für den Erhalt der Artenvielfalt. Wir kaufen Land und siedeln dort wieder ortstypische Pflanzen an“, beschreibt Wiese die Arbeit von Naturefund. Das sind durchaus nicht nur Wildgewächse: In Bolivien beispielsweise habe die Organisation durch einseitige Nutzung ausgelaugtes Land neu bepflanzt. „Schon im ersten Jahr hatten die Landwirte einen um 140 Prozent höheren Ertrag!“


„Gerade junge Pflanzen brauchen ein Nest!“, erklärt Katja Wiese den interessiert – und zum Teil skeptisch – zuhörenden Eltern. Viele haben weitergehende Fragen: Es gäbe immer weniger Vögel – liege das wirklich an der Landwirtschaft? Katja Wiese ist sicher: Ja. Vor allem, so die Fachfrau, am Gift und an den völlig ausgeräumten, riesigen Monokulturen ohne Büsche und lebendige Wegränder, wie es sie früher gab: „Wenn es keine Insekten gibt, finden auch die Vögel nichts mehr zu fressen.“


Wiebke Thiart und ihre Kolleginnen haben an diesem Tag für die Verpflegung gesorgt. „Die Aktion ist toll!“, freut sich die Leiterin der Kita. „Der Baumarkt hat uns noch mit etlichen Sachen unterstützt und Frau Wiese hat uns viele hilfreiche Tipps zur Pflege der Büsche und Bäume gegeben!“

 
 
 

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